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Strategische Asset-Allocation: Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen

Thomas Segura und Markus Jesberger,

Inhaber des Segura & Jesberger Family Office

Welche Themen erörtern Sie mit Ihren Mandantinnen und Mandanten in den ersten Gesprächen?

Segura: Wir sprechen zunächst über Themen, die den strategischen Rahmen abstecken: ihre Anlageziele, ihr Sicherheitsbedürfnis, ihren Zeithorizont, ihren Liquiditätsbedarf, ihre Renditeerwartung, angestrebte Vermögenstransfers, einen bestimmten Anlagefokus wie etwa Nachhaltigkeit, Demografie, digitale Transformation. Und auf der anderen Seite diskutieren wir mögliche Ausschlusskriterien.

Jesberger: Dann kommen die Risiken: Risiken, die sie einzugehen bereit sind, Risiken, die sie tatsächlich eingehen können, Risiken, die möglicherweise schon existieren und die erkannt und gesteuert werden müssen: Klumpenrisiken, Korrelationsrisiken, Haftungsrisiken, Kreditrisiken. Zudem mögliche Erbfälle mit Pflichtteilen und entsprechenden Steuerzahlungen, oder die Frage: Wie inflationsresistent ist das Vermögen? Risikomanagement ist ein wesentlicher Teil unserer Tätigkeit. Ebenso das Kostenmanagement: Überall, wo Kosten entstehen, betrachten wir das kritisch und versuchen, sie so gering wie möglich zu halten.

Wenn Sie sich darüber verständigt haben, folgt die strategische Asset-Allocation.

Segura: Ja. Auf dieser Ebene geht es in erster Linie um Diversifikation: Eine breite Streuung ist essenziell, um Risiken zu reduzieren und die Voraussetzungen für eine langfristig stabile Rendite zu schaffen. Wir beugen damit auch emotionalen Reaktionen in Krisenzeiten vor: Ein klug diversifiziertes Portfolio macht es auch unter Stress leichter, rational und souverän zu entscheiden.

Jesberger: Gemeinsam mit unseren Mandantinnen und Mandanten definieren wir, auf welche verschiedenen Anlageklassen das Vermögen verteilt werden soll. In Frage kommen Liquidität, Anleihen, Immobilien, Aktien und Alternative Investments wie beispielsweise Private Equity und Gold. Danach organisieren wir das Vermögen in Blöcken mit bestimmten Anlagezielen und Kostenstrukturen. Beispielsweise bedarf eine strategische Goldgewichtung keiner dauerhaften Betreuung durch einen Vermögensverwalter. Im letzten Schritt begleiten und beraten wir unsere Mandantinnen und Mandanten bei der Auswahl geeigneter Partner. Für das langfristige Anlagevermögen suchen wir Banken und Vermögensverwalter, die sich um die professionelle Disposition kümmern. Im Rahmen des Portfoliomanagements verantworten sie die Steuerung der Anlageklassen in definierten Bandbreiten und die Auswahl der konkreten Investitionen.

Nach der gängigen Meinung ist die strategische Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen entscheidender für die Performance eines Portfolios als die Auswahl einzelner Aktien. Sehen Sie das auch so?

Jesberger: Absolut. Allerdings kennen wir auch Adressen, die mit unterschiedlichen Stilen außergewöhnliche Wertbeiträge generieren. Einmal durch die taktische Abweichung von der Strategie im Rahmen definierter Bandbreiten; so wird beispielsweise das Gewicht einer Region oder eines Sektors erhöht. Ein andermal gelingt das aufgrund einer besonderen Expertise in der Auswahl von Einzeltiteln.

Segura: Generell kann man sagen: Die taktische Positionierung und Auswahl der Einzelwerte sind Aufgaben des operativen Portfoliomanagements. Die zu erwartende Rendite und das Risiko werden maßgeblich von der strategischen Ausrichtung bestimmt. Hier bilden wir die langfristigen Ziele ab und sorgen für eine breite Streuung über Anlageklassen und -segmente.